Femto-LASIK, Trans-PRK, PRK & Co. – die aktuellen Verfahren der refraktiven Hornhautchirurgie: Wirkprinzip, Ablauf, Eignung, Risiken und Kosten.
Beim Augenlasern wird die Hornhaut, das klare Fenster an der Vorderseite des Auges, mit dem Laser so umgeformt, dass einfallendes Licht wieder genau auf der Netzhaut gebündelt wird. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung lassen sich so in vielen Fällen ausgleichen oder deutlich verringern – mit einer Genauigkeit im Tausendstel-Millimeter-Bereich. Eine teilweise Rückbildung der Korrektur ist möglich, eine Garantie auf ein Leben ohne Brille gibt es nicht.
Seit der ersten Laserbehandlung am menschlichen Auge im Jahr 1987 ist die refraktive Hornhautchirurgie umfangreich untersucht worden. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und BVA weist dennoch darauf hin, dass diese Eingriffe noch nicht als allgemein anerkannte Heilverfahren gelten – deshalb bewertet sie jedes Verfahren gesondert. Heute stehen mehrere Verfahren zur Wahl, die sich im Zugang zur Hornhaut, in der Heilungsdauer und im Risikoprofil unterscheiden: die Femto-LASIK und die klassische Mikrokeratom-LASIK, die Lentikel-Extraktion (SMILE) und die Oberflächenverfahren Trans-PRK, PRK und LASEK.
Die Hornhaut ist nur etwa einen halben Millimeter dick und besteht aus fünf Schichten. Alle Laserverfahren modellieren das Stroma, die tragende Mittelschicht – sie unterscheiden sich darin, wie der Laser dorthin gelangt. Fahren Sie über die Punkte in der Grafik oder über die drei Verfahren darunter.
Das Epithel wird entfernt (bei der Trans-PRK vom Laser selbst) und das Stroma direkt von der Oberfläche aus modelliert. Kein Schnitt, kein Flap – das Epithel wächst in wenigen Tagen nach.
Ein hauchdünnes Hornhautdeckelchen (Flap) wird geschnitten und wie eine Buchseite aufgeklappt – bei der Femto-LASIK mit dem Femtosekundenlaser (ca. 100 µm), bei der klassischen LASIK mit einem feinen oszillierenden Messer, dem Mikrokeratom (ca. 120–160 µm). Darunter formt der Excimerlaser das Stroma, anschließend wird der Flap zurückgelegt. Mehr zur Femto-LASIK · Mehr zur Mikrokeratom-LASIK
Der Femtosekundenlaser schneidet im Inneren des Stromas ein linsenförmiges Scheibchen (Lentikel), das durch einen 2–4 mm kleinen Zugang entnommen wird. Oberfläche und Bowman-Membran bleiben weitgehend intakt. Mehr zur SMILE
Alle aktuellen Verfahren korrigieren die Fehlsichtigkeit, indem sie die Hornhaut neu formen. Sie unterscheiden sich im Zugang zum Stroma, in der Dauer der Heilung, im Komfort in den ersten Tagen und in den Grenzen des korrigierbaren Bereichs. Die Bewertung orientiert sich an den Empfehlungen der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und BVA. Dr. Friedhofen bietet Femto-LASIK, Mikrokeratom-LASIK, Trans-PRK, PRK und LASEK an.
Die Femto-LASIK („All-Laser-LASIK“) ist das weltweit am häufigsten durchgeführte Augenlaserverfahren. Zwei Laser arbeiten zusammen: Der Femtosekundenlaser präpariert ein dünnes Hornhautdeckelchen, der Excimerlaser modelliert darunter das Stroma. Weil die Oberfläche mit ihren Nervenenden weitgehend erhalten bleibt, bestehen danach meist nur in den ersten Stunden mäßige Beschwerden, und die Sehschärfe stellt sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ein.
Nach betäubenden Augentropfen wird das Auge mit einem Saugring stabilisiert. Der Femtosekundenlaser setzt Hunderttausende winziger Gasbläschen in einer definierten Tiefe von rund 100 µm und trennt so eine hauchdünne Lamelle – den Flap – vom darunterliegenden Stroma. An einer Seite bleibt ein Scharnier stehen. Die Chirurgin oder der Chirurg klappt den Flap auf, und der Excimerlaser trägt das zuvor berechnete Gewebeprofil ab: zentral bei Kurzsichtigkeit, ringförmig in der Peripherie bei Weitsichtigkeit, zylinderförmig bei Hornhautverkrümmung.
Ein Eye-Tracker verfolgt das Auge dabei mehrere hundert bis tausend Mal pro Sekunde und führt den Laser nach – kleine Augenbewegungen stören die Behandlung nicht. Anschließend wird der Flap zurückgelegt, gespült und glatt gestrichen. Er haftet durch die Saugkraft des Endothels ohne Naht. In den ersten Stunden ist das Sehen noch reduziert; am nächsten Morgen ist die Sehschärfe meist alltagstauglich.
Bei Werten bis −8 Dioptrien (KRC-Anwendungsbereich) und ausreichender Hornhautdicke ist die Femto-LASIK ein Standardverfahren mit umfangreichen Daten zu Genauigkeit und Stabilität. Zwischen −8 und −10 Dioptrien liegt der Grenzbereich: Die Ergebnisse werden schlechter, Nebenwirkungen häufiger, die Aufklärung muss besonders ausführlich sein.
Bei Weitsichtigkeit bis +3 Dioptrien liegt die LASIK im Anwendungsbereich der KRC, bis +4 Dioptrien im Grenzbereich. Oberflächenverfahren bewertet die KRC bei Weitsichtigkeit nur im Grenzbereich bis +3 Dioptrien, Lentikel-Verfahren für Weitsichtigkeit hat sie bislang nicht bewertet.
Wer nur wenige Tage ausfallen kann, profitiert von der raschen Erholung. Auf Schwimmen, Sauna und Augen-Make-up sollte dennoch etwa zwei Wochen verzichtet werden.
Gegenüber dem mechanischen Mikrokeratom-Messer liefert der Femtosekundenlaser einen gleichmäßig dünnen Flap mit planbarer Dicke, Form und Scharnierlage; Schnittkomplikationen sind seltener. Beide Schnitttechniken werden angeboten – ob für Sie die Femto-LASIK oder die Mikrokeratom-LASIK in Frage kommt, klären wir in der Voruntersuchung.
Hinweis: Die SMILE bieten wir nicht an. Ausschlaggebend ist für uns unter anderem die Genauigkeit bei Hornhautverkrümmung: Hier zeigt sich nach SMILE in Studien eine Tendenz zu leichten Unterkorrekturen im Vergleich zur LASIK. Zudem ist eine Nachkorrektur mit demselben Verfahren nicht möglich, und Weitsichtigkeit hat die KRC für die SMILE nicht bewertet.
Bei der Lentikel-Extraktion kommt nur ein einziger Laser zum Einsatz: Der Femtosekundenlaser schneidet im Inneren der Hornhaut ein linsenförmiges Gewebescheibchen – das Lentikel – dessen Form exakt der zu korrigierenden Fehlsichtigkeit entspricht. Es wird durch einen wenige Millimeter kleinen Zugang entnommen. Ein Flap entfällt, die stabile vordere Hornhaut bleibt weitgehend unversehrt. Das ursprüngliche Verfahren heißt SMILE (Small Incision Lenticule Extraction).
Das Auge wird mit einem gekrümmten Kontaktglas sanft fixiert. Der Femtosekundenlaser erzeugt zunächst die untere, dann die obere Trennfläche des Lentikels sowie einen 2 bis 4 Millimeter breiten Zugang am Rand – bei den neuesten Geräten mit bis zu 2 Millionen Impulsen pro Sekunde. Anschließend löst die Chirurgin oder der Chirurg das Lentikel mit einem feinen Spatel und zieht es mit einer Pinzette heraus. Ein Excimerlaser wird nicht benötigt.
Weil nur ein kleiner Zugang statt eines 20 Millimeter langen Flaprandes entsteht, werden weniger Hornhautnerven durchtrennt. Vorübergehend trockene Augen sind zwar auch nach SMILE häufig, in Studien aber meist milder als nach LASIK. Ob die Hornhaut biomechanisch stabiler bleibt, ist noch nicht abschließend geklärt; auch nach SMILE ist eine Keratektasie möglich. In den ersten Tagen ist das Sehen häufig noch reduziert und es bestehen mäßige Beschwerden – die Sehschärfe erholt sich meist innerhalb von ein bis drei Tagen und erreicht nach einigen Wochen mit der LASIK vergleichbare Ergebnisse.
Zwischen etwa −3 und −8 Dioptrien (KRC-Anwendungsbereich bis −8, Grenzbereich bis −10 Dioptrien) spielt die SMILE ihre Stärken aus: Das Lentikel ist dick genug für eine sichere Entnahme, und ein Flap entfällt.
Wer Kampf- oder Ballsport betreibt, in staubiger Umgebung arbeitet oder bereits zu trockenen Augen neigt, für den kann ein flapfreies Verfahren Vorteile haben. Welches Verfahren passt, entscheidet die Voruntersuchung.
Die Trans-PRK ist eine Weiterentwicklung der Oberflächenbehandlung; die KRC setzt sie mit PRK und LASEK im Wesentlichen gleich. Der Excimerlaser entfernt in einem einzigen, durchgehenden Arbeitsgang zuerst das Epithel und formt anschließend das Stroma – ohne dass das Auge mit einem Instrument berührt wird („No-Touch“-Verfahren). Es gibt keinen Schnitt, keinen Flap und keinen Saugring. Die Oberfläche heilt in drei bis fünf Tagen unter einer Verbandskontaktlinse ab.
Nach Tropfbetäubung und Einsetzen eines Lidhalters blickt die Patientin oder der Patient auf ein Fixierlicht. Der Excimerlaser arbeitet dann ohne Unterbrechung: Die ersten Impulse tragen das rund 50 µm dicke Epithel ab – mit einem Profil, das berücksichtigt, dass das Epithel im Zentrum dünner ist als am Rand –, die folgenden Impulse formen nahtlos das Stroma. Ein Eye-Tracker gleicht Augenbewegungen aus. Zum Schluss wird eine weiche Verbandskontaktlinse eingesetzt. Mitomycin C gegen Narbentrübungen (Haze) empfiehlt die KRC bei bisher nicht operierter Hornhaut derzeit nicht, da eine wissenschaftliche Grundlage fehlt; vertretbar ist es bei voroperierten Hornhäuten.
Die folgenden zwei bis drei Tage sind die anspruchsvollsten: Bis das Epithel geschlossen ist, ist das Sehen reduziert, und es treten Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, Tränen und in der Regel mäßige, in Ausnahmefällen auch stärkere Schmerzen auf. Tropfen, kühlende Kompressen und Schmerzmittel lindern sie. Nach Entfernen der Verbandslinse bessert sich das Sehen zügig, schwankt aber noch einige Wochen, weil sich das neue Epithel erst glättet. Das Endergebnis ist nach etwa ein bis drei Monaten erreicht und bei geeigneter Ausgangslage mit dem einer LASIK vergleichbar.
Wenn die Hornhaut für einen Flap zu dünn ist oder die Restdicke nach LASIK knapp würde, bleibt mit der Oberflächenbehandlung oft noch eine sichere Option – sofern keine Zeichen eines Keratokonus vorliegen.
Polizei, Militär, Rettungsdienste, Kampf- und Ballsportler: Ohne Flap gibt es keine Trennfläche, die sich bei einem Schlag auf das Auge verschieben könnte. Ob und welches Verfahren ein Dienstherr akzeptiert, sollte vorab geklärt werden.
Bei lockerem Epithel (Epithel-Basalmembran-Dystrophie) wird das Epithel bei der Oberflächenbehandlung vollständig erneuert – ein Flap-Verfahren wäre hier riskant. Auch bei Neigung zu trockenen Augen kann ein Oberflächenverfahren sinnvoll sein; vorübergehende Trockenheit tritt aber auch danach häufig auf.
Nach LASIK oder SMILE ist die Trans-PRK ein bewährter Weg für kleine Nachkorrekturen, ohne den Flap erneut anheben oder einen zweiten Zugang schaffen zu müssen. Bei voroperierter Hornhaut hält die KRC Mitomycin C gegen Narbentrübungen für vertretbar.
Die Mikrokeratom-LASIK ist die ursprüngliche LASIK, die Ioannis Pallikaris 1990 vorstellte. Wie bei der Femto-LASIK wird eine dünne Hornhautlamelle – der Flap – angelegt, aufgeklappt und darunter das Stroma mit dem Excimerlaser modelliert. Der Unterschied liegt allein im Schnitt: Statt eines Femtosekundenlasers trennt ein mechanischer Hobel, das Mikrokeratom, den Flap mit einem oszillierenden Messer ab. Die Qualität des Excimer-Abtrags ist identisch.
Dr. Friedhofen bietet die Mikrokeratom-LASIK weiterhin an. Welche Schnitttechnik für Sie in Frage kommt, besprechen wir anhand der Voruntersuchung.
Nach betäubenden Augentropfen wird ein Saugring auf das Auge gesetzt. Er fixiert den Augapfel und erhöht kurzzeitig den Augeninnendruck, damit die Hornhaut für den Schnitt straff genug ist – für einige Sekunden wird das Sehen dabei dunkel oder verschwommen. Das Mikrokeratom gleitet in einer Führung über den Saugring; seine Klinge schwingt dabei schnell seitlich hin und her und trennt eine Lamelle von etwa 120 bis 160 µm Dicke ab. Kurz vor dem Ende stoppt der Hobel, sodass ein Scharnier stehen bleibt.
Danach geht es weiter wie bei der Femto-LASIK: Der Flap wird aufgeklappt, der Excimerlaser trägt das berechnete Profil im Stroma ab, und der Flap wird zurückgelegt, wo er ohne Naht haftet. Weil der Schnitt mechanisch erfolgt, streut die Flapdicke stärker als beim Femtosekundenlaser, und Form und Durchmesser des Flaps lassen sich weniger genau planen. Seltene Schnittkomplikationen – etwa ein unvollständiger, zu dünner oder in der Mitte durchbrochener Flap („Knopflochflap“) oder ein vollständig abgetrennter Flap („freier Flap“) – kommen häufiger vor. Tritt ein solcher Schnittfehler auf, wird die Laserbehandlung in der Regel abgebrochen und erst nach der Heilung neu geplant.
Unabhängig vom Zugang – Flap, Lentikel oder Oberfläche – entscheidet das Abtragsprofil über die Qualität des Sehens. Moderne Laser berechnen es nicht mehr nur aus den Brillenwerten, sondern aus einer dreidimensionalen Vermessung des gesamten Auges. Für Menschen über 45 kommen zusätzlich Strategien gegen die Alterssichtigkeit hinzu.
Das Profil wird so angepasst, dass die natürliche asphärische Form der Hornhaut erhalten bleibt und keine zusätzliche sphärische Aberration entsteht. Dies ist heute der Mindeststandard und reduziert Nachtsehstörungen gegenüber den frühen Verfahren deutlich.
Ein Aberrometer misst alle Abbildungsfehler des gesamten Auges – auch die „Fehler höherer Ordnung“ wie Koma oder Dreiblattfehler, die eine Brille nicht korrigieren kann. Das Profil gleicht sie gezielt aus. Sinnvoll bei auffälligen Aberrationen und großen Pupillen.
Grundlage ist die exakte Oberflächenkarte der Hornhaut (Topographie). Unregelmäßigkeiten werden geglättet – sinnvoll bei leicht irregulärer Hornhaut, nach früheren Eingriffen oder bei dezentrierten Behandlungen.
Aus Topographie, Tomographie, Achslänge und Aberrometrie wird ein digitales Modell des individuellen Auges erstellt. Der Computer berechnet den Strahlengang jedes einzelnen Lichtstrahls und optimiert das Profil darauf. Das Verfahren ist erst seit wenigen Jahren klinisch verfügbar; Langzeitdaten liegen noch kaum vor.
Ab etwa 45 Jahren verliert die Augenlinse ihre Fähigkeit, auf die Nähe scharf zu stellen. Da das Lasern die Hornhaut und nicht die Linse verändert, kann es die Alterssichtigkeit nicht beheben – nur umgehen. Wer mit 30 gelasert wurde, braucht mit 50 trotzdem eine Lesebrille.
Das dominante Auge wird auf die Ferne, das andere leicht kurzsichtig auf die Nähe eingestellt (ca. −1,0 bis −1,5 dpt). Das Gehirn wählt automatisch das passende Bild. Räumliches Sehen und Nachtsehen leiden etwas; deshalb wird die Monovision vorab mit Kontaktlinsen getestet. Die Monovision ist die einzige Strategie gegen Alterssichtigkeit, die die KRC für das Augenlasern ausdrücklich bewertet.
Bei der Mini-Monovision (z. B. Laser Blended Vision) wird der Unterschied zwischen den Augen kleiner gewählt und die Tiefenschärfe durch ein gezielt asphärisches Profil erhöht. Andere Ansätze (PresbyLASIK) formen eine multifokale Hornhaut mit einer Nahzone im Zentrum. Diese Sonderprofile bewertet die KRC nicht gesondert – multifokale Hornhautprofile liegen damit außerhalb ihrer Empfehlungen.
Ab der Lebensmitte ist der Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse häufig die nachhaltigere Lösung: Mit Multifokal- oder EDOF-Linsen lassen sich Fern- und Nahsicht in einem Eingriff korrigieren, wobei Halos und Blendempfindlichkeit in der Dämmerung möglich sind; ein Grauer Star kann sich nicht mehr entwickeln. Da das Auge dabei eröffnet wird, sind die Risiken andere als beim Lasern. Mehr zum refraktiven Linsentausch
Bei hoher Fehlsichtigkeit, dünner Hornhaut oder beginnender Alterssichtigkeit sind Linsenverfahren dem Augenlasern oft überlegen. Sie verändern die Hornhaut nicht und sind – im Fall der phaken Linse – sogar rückgängig zu machen.
Eine hauchdünne, weiche Kunstlinse wird hinter die Regenbogenhaut vor die eigene Linse eingesetzt – wie eine Kontaktlinse im Augeninneren. Die natürliche Linse bleibt erhalten, die Hornhaut unberührt. Nach KRC eignet sich die phake Linse für Kurz- und Weitsichtigkeit ab 1 Dioptrie, auch bei hohen Werten, und mit torischer Optik auch für Hornhautverkrümmung. Sie kommt vor allem bei hoher Kurzsichtigkeit oder dünner Hornhaut in Frage. Voraussetzungen sind eine ausreichend tiefe Vorderkammer (mind. 2,8 mm bei Kurz-, 3,0 mm bei Weitsichtigkeit) und mindestens 2.000 Endothelzellen/mm². Die Endothelzellen müssen mindestens jährlich kontrolliert werden (keine Kassenleistung); beide Augen am selben Tag zu operieren, rät die KRC ab. Seltene Risiken sind u. a. Augendruckanstieg, Grauer Star, Endothelschäden und Netzhautablösung; da das Auge eröffnet wird, kann eine Infektion in extrem seltenen Fällen zur Erblindung führen. Die Linse kann bei Bedarf wieder entfernt werden.
Die eigene Linse wird – wie bei der Grauen-Star-Operation – durch eine individuell berechnete Kunstlinse ersetzt. Mit Multifokal- oder EDOF-Linsen lassen sich Fern-, Zwischen- und Nahbereich abdecken; ein Grauer Star kann später nicht mehr entstehen. Möglich sind u. a. ein Nachstar, der sich einfach mit dem Laser behandeln lässt, bei Mehrfokal-Linsen Halos und Blendempfindlichkeit in der Dämmerung, bei Kurzsichtigen ein erhöhtes Risiko einer Netzhautablösung (besonders unter 50 Jahren) und in extrem seltenen Fällen eine Erblindung durch Infektion. Beide Augen am selben Tag zu operieren, rät die KRC ab. Für Menschen ab der Lebensmitte ist der Linsentausch häufig die nachhaltigere Lösung als das Lasern. Der refraktive Linsentausch ist unser operativer Schwerpunkt – alle Details, Linsentypen und Ablauf finden Sie hier.
Nicht jeder Interessent ist nach gründlicher Untersuchung für das Augenlasern geeignet. Die Voruntersuchung ist deshalb der wichtigste Schritt des gesamten Prozesses – sie entscheidet über Sicherheit und Ergebnis.
Unabhängig vom gewählten Verfahren folgt das Augenlasern einem festen Ablauf. Die eigentliche Laserbehandlung ist dabei der kürzeste Teil – Vorbereitung und Nachsorge bestimmen das Ergebnis mit.
In unserer Praxis in Rottach-Egern oder Bad Tölz: ausführliche Untersuchung von Hornhaut, Tränenfilm, Pupille und Netzhaut. Wir besprechen, welches Verfahren – oder welche Alternative – zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt. Die Indikation stellt ein Facharzt, die Aufklärung übernimmt ein Arzt – beides vor dem Behandlungstag.
Aus den Messdaten wird das individuelle Abtragsprofil berechnet und die Sicherheitsreserve der Hornhaut geprüft. Weil Aufklärung und Indikationsstellung bereits vor dem Behandlungstag erfolgen, bleibt Ihnen ausreichend Bedenkzeit. Am Behandlungstag wird nur das Verfahren durchgeführt, über das Sie aufgeklärt wurden und dem Sie schriftlich zugestimmt haben.
Die Laserbehandlung führt Dr. Friedhofen in München durch. Betäubende Tropfen, ein Lidhalter, ein Fixierlicht – mehr spüren Sie meist kaum. Häufig werden beide Augen am selben Tag behandelt. Danach wird das Auge kontrolliert. Anschließend dürfen Sie nicht selbst Auto fahren – bitte planen Sie eine Begleitperson ein, die Sie zur Behandlung bringt und wieder nach Hause begleitet.
Antibiotische und kortisonhaltige Tropfen, viel Tränenersatz, Schlafen mit Schutzschale. Nicht reiben, kein Wasser ins Auge, kein Make-up. Nach LASIK und SMILE ist Arbeiten meist nach 1–2 Tagen, nach Trans-PRK nach etwa einer Woche wieder möglich. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann für den Eingriff nicht ausgestellt werden – bitte planen Sie Urlaub ein.
Die Nachkontrollen finden in unserer Praxis in Rottach-Egern oder Bad Tölz statt – typischerweise nach einem Tag, einer Woche, einem Monat, drei Monaten und einem Jahr. Dabei werden Sehschärfe mit und ohne Korrektur, Heilung, Augendruck sowie vordere und hintere Augenabschnitte untersucht; die Hornhautform wird mindestens einmal im ersten Jahr vermessen. Schwimmen und Sauna ab 2–4 Wochen, Kontaktsport nach Flap-Verfahren frühestens nach 4 Wochen.
Die Dioptrien-Angaben folgen den Anwendungsbereichen der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC); in Klammern der Grenzbereich, in dem die Ergebnisse schlechter und Nebenwirkungen häufiger werden und eine Behandlung nur nach besonders ausführlicher Aufklärung erfolgt.
| Kriterium | Femto-LASIKFlap-Verfahren | Mikrokeratom-LASIKFlap mit Messer | SMILELentikel-Extraktion | Trans-PRKOberfläche, No-Touch | PRK / LASEKOberfläche, klassisch |
|---|---|---|---|---|---|
| Laser | Femtosekunden- + Excimerlaser | Mikrokeratom + Excimerlaser | nur Femtosekundenlaser | nur Excimerlaser | Excimerlaser (+ Instrument / Alkohol) |
| Zugang zum Stroma | Flap ca. 100 µm, ~20 mm Rand | Flap ca. 120–160 µm, Dicke streut stärker | Zugang 2–4 mm | keiner – Epithel wird abgetragen | keiner – Epithel wird entfernt |
| Kurzsichtigkeit | bis −8 dpt (−10) | bis −8 dpt (−10) | −1 bis −8 dpt (−10) | bis −6 dpt (−8) | bis −6 dpt (−8) |
| Weitsichtigkeit | bis +3 dpt (+4) | bis +3 dpt (+4) | von der KRC nicht bewertet | nur Grenzbereich (+3) | nur Grenzbereich (+3) |
| Hornhautverkrümmung | bis 5 dpt (6) | bis 5 dpt (6) | bis 5 dpt | bis 5 dpt (6) | bis 5 dpt (6) |
| Beschwerden danach | mäßig, erste Stunden | mäßig, erste Stunden | mäßig, erste Tage | mäßig bis stärker, 2–3 Tage | mäßig bis stärker, 3–4 Tage |
| Gutes Sehen ab | Stunden bis 1 Tag | Stunden bis 1–2 Tage | 1–3 Tage | ca. 1 Woche, stabil nach 1–3 Monaten | 1–2 Wochen, stabil nach 1–3 Monaten |
| Trockene Augen | häufig vorübergehend, meist 3–6 Monate | häufig vorübergehend, meist 3–6 Monate | häufig vorübergehend, meist milder | häufig vorübergehend | häufig vorübergehend |
| Dünne Hornhaut | unter 480 µm ausgeschlossen | unter 500 µm ausgeschlossen | unter 480 µm ausgeschlossen | oft noch möglich (250 µm Reststroma) | oft noch möglich (250 µm Reststroma) |
| Kontaktsport / Risikoberufe | Flap bleibt Schwachstelle | Flap bleibt Schwachstelle | kein Flap | kein Flap | kein Flap |
| Typische Komplikationen | Schnittfehler, Flapfalten, Epitheleinwachsung, DLK; sehr selten Keratektasie | wie Femto-LASIK; Schnittfehler (Knopfloch-, freier Flap) häufiger | Schnittfehler, Lentikelreste, Zugangsriss; sehr selten Keratektasie | Haze, Rückbildung, verzögerte Epithelheilung | Haze, Rückbildung, verzögerte Epithelheilung |
| Nachkorrektur | Flap erneut anheben | Flap erneut anheben | nicht mit gleichem Verfahren – Oberflächenbehandlung oder CIRCLE | erneute Oberflächenbehandlung | erneute Oberflächenbehandlung |
| Klinisch seit | 2001 (LASIK 1990) | 1990 | 2011 | ca. 2010 | 1987 / 1999 |
Innerhalb ihres Anwendungsbereichs erreichen alle Verfahren bei geeigneten Patienten nach Abschluss der Heilung vergleichbare Sehschärfe und Vorhersagbarkeit; bei der Korrektur einer Hornhautverkrümmung zeigt sich nach SMILE in Studien eine Tendenz zu leichten Unterkorrekturen. Mit der Höhe der Korrektur steigt bei allen Verfahren die Komplikationsrate. Bei den Oberflächenverfahren zählt für die Grenzen die Summe aus Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung; bei allen Verfahren ist zusätzlich der stärker brechende Hauptschnitt maßgeblich. Die Wahl richtet sich nach Hornhautdicke und -form, Höhe der Fehlsichtigkeit, Tränenfilm, Beruf, Sport und persönlichen Prioritäten (schnelle Erholung vs. Verzicht auf Flap).
Augenlasern ist ein operativer Eingriff an einem in der Regel gesunden Auge. Die KRC weist darauf hin, dass refraktive Eingriffe noch nicht als allgemein anerkannte Heilverfahren gelten und die Komplikationsrate mit der Höhe der Korrektur zunimmt. Die Häufigkeitsangaben folgen den Beschreibungen der KRC und hängen vom Verfahren, der Höhe der Korrektur und der Qualität der Voruntersuchung ab.
Nach allen Verfahren kommt es häufig vorübergehend zu vermehrter Trockenheit, da Hornhautnerven durchtrennt werden. Nach LASIK ist sie in Studien meist ausgeprägter als nach SMILE und Oberflächenverfahren. Tränenersatz hilft; wer schon vorher trockene Augen hat, sollte das Verfahren entsprechend wählen.
Eine Verschlechterung des Sehens bei Dämmerung und Nacht mit Lichtkränzen (Halos) und Schattenbildern ist nach allen Verfahren möglich, insbesondere bei weiter Pupille und hohen Korrekturen. In den ersten Wochen klingen solche Beschwerden mit der Glättung der Oberfläche oft ab; sie können aber auch dauerhaft bestehen bleiben.
Die Heilungsreaktion ist individuell; es kann eine Restfehlsichtigkeit bleiben, oder der Operationserfolg bildet sich in den ersten Wochen und Monaten teilweise zurück (Regression, vor allem bei Weitsichtigkeit und hohen Werten). Eine Nachbehandlung ist nach frühestens drei bis sechs Monaten möglich; ob und in welcher Höhe dafür Kosten entstehen, ist Teil der Kosteninformation vor dem Eingriff.
Beim Schneiden der Hornhaut kann es in seltenen Fällen zu Epithelablösungen und Schnittfehlern kommen, in einigen Fällen zu unregelmäßigen Schnittflächen mit schlechterem Sehen. Bei der LASIK sind zarte Falten im Flap und eine sterile Entzündung in der Trennfläche (diffuse lamelläre Keratitis, DLK) sehr selten; Epithelzellen können unter den Flap einwachsen. Bei der SMILE lässt sich das Lentikel in einigen Fällen nicht vollständig entfernen. Vieles ist in den ersten Tagen erkennbar und behandelbar – etwa durch Kortisontropfen oder erneutes Anheben und Spülen des Flaps.
Nach PRK und Trans-PRK kann sich in den ersten Monaten eine feine Trübung im oberen Stroma bilden, die das Kontrastsehen mindert. Risikofaktoren sind hohe Korrekturen (über −6 dpt) und UV-Licht. Kortisontropfen und konsequenter Sonnenschutz senken das Risiko; ein leichter Haze bildet sich meist innerhalb eines Jahres zurück. Extrem selten ist eine starke Narbenbildung mit erheblicher Herabsetzung des Sehvermögens.
Eine Infektion der Hornhaut ist nach LASIK und SMILE sehr selten, nach Oberflächenverfahren extrem selten; sterile Technik und antibiotische Tropfen senken das Risiko. Sie kann zu Narben mit bleibender Sehverschlechterung führen und muss sofort behandelt werden – deshalb die engmaschigen Kontrollen in der ersten Woche.
Die gefürchtetste Komplikation: eine fortschreitende Vorwölbung und Verdünnung der geschwächten Hornhaut mit deutlicher Herabsetzung des Sehvermögens, meist Monate bis Jahre nach dem Eingriff. Risikofaktoren sind ein unerkannter Keratokonus, zu geringe Restdicke und sehr hohe Korrekturen. Eine sorgfältige Tomographie vor dem Eingriff und die Einhaltung von mindestens 250 µm Reststroma senken das Risiko. Behandelbar ist die Ektasie durch Hornhautvernetzung (Crosslinking) und formstabile Kontaktlinsen.
Keine Nebenwirkung, aber eine häufige Enttäuschung: Das Lasern hält die Alterssichtigkeit nicht auf. Ab Mitte 40 wird eine Lesebrille nötig – wer vorher kurzsichtig war und ohne Brille lesen konnte, verliert diesen Vorteil. Darüber sollte vor dem Eingriff offen gesprochen werden.
Das Augenlasern ist eine Selbstzahlerleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten nicht übernehmen – das gilt auch für die zugehörige Beratung, Voruntersuchung und Nachsorge. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist bei komplikationslosem Verlauf nicht möglich. Weil es sich nicht um einen kosmetischen Eingriff handelt, kann die Behandlung eventueller Komplikationen jedoch über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Private Krankenversicherungen prüfen im Einzelfall: Der Bundesgerichtshof hat 2017 entschieden, dass eine Fehlsichtigkeit eine Krankheit im Sinne der Versicherungsbedingungen ist und die LASIK eine medizinisch notwendige Heilbehandlung sein kann (Az. IV ZR 533/15) – eine Anfrage bei der PKV lohnt sich daher. Beihilfestellen erstatten meist nur unter engen Voraussetzungen.
Die Kosten hängen vom Verfahren und vom Befund ab. Unsere Kosteninformation umfasst die Voruntersuchung, den Eingriff, die Medikamente, alle Nachkontrollen im ersten Jahr und Angaben zu einer eventuell nötigen Nachkorrektur.
Die Kosten können gegebenenfalls als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen – das klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung.
Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und hängen von Befund und Verfahren ab. Vor dem Eingriff erhalten Sie eine schriftliche, individuelle Kosteninformation.
Jede Generation hat die Behandlung schonender und planbarer gemacht.
Stephen Trokel beschreibt, dass der ultraviolette Excimerlaser Hornhautgewebe ohne Hitzeschaden abtragen kann.
Theo Seiler führt in Berlin die erste Excimerlaser-Behandlung an einem menschlichen Auge durch – die Geburtsstunde des Augenlaserns.
Ioannis Pallikaris kombiniert den Mikrokeratom-Flap mit dem Excimerlaser. Schmerzarme Behandlung mit schneller Erholung – der Durchbruch zur Massenanwendung.
Der Femtosekundenlaser kommt als Alternative zum Messer für den Flapschnitt hinzu: dünnere, gleichmäßigere Flaps und weniger Schnittkomplikationen.
Nach Vorarbeiten von Walter Sekundo und Marcus Blum wird die flaplose Lentikel-Extraktion klinisch eingeführt; 2016 folgt die US-Zulassung.
Berührungsfreie Oberflächenbehandlung und individuelle Abtragsprofile aus Wellenfront- und Topographie-Messungen.
Sie überlegen, Ihre Augen lasern zu lassen, oder möchten wissen, welches Verfahren – oder welche Alternative – zu Ihnen passt? Wir untersuchen Ihre Augen gründlich und beraten Sie ergebnisoffen – auch zu Alternativen und dazu, wann von einem Eingriff abzuraten ist. Voruntersuchung und Nachkontrollen finden in Rottach-Egern oder Bad Tölz statt, die Laserbehandlung selbst führt unser Kollege Dr. Friedhofen in München durch.
Vereinbaren Sie Ihren Termin telefonisch oder über unser Kontaktformular.
Augenarztpraxis Dr. Bräuning
Seestraße 17
83700 Rottach-Egern
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