Augenlasern – junge Frau ohne Brille, Laserstrahl am Auge, im Hintergrund ein Sport-E-Bike mit Helm am Lenker KI-bearbeitetes Bild

„Augenlasern“

Femto-LASIK, Trans-PRK, PRK & Co. – die aktuellen Verfahren der refraktiven Hornhautchirurgie: Wirkprinzip, Ablauf, Eignung, Risiken und Kosten.

Refraktive Laserchirurgie

Scharf sehen – ohne Brille und Kontaktlinsen

Beim Augenlasern wird die Hornhaut, das klare Fenster an der Vorderseite des Auges, mit dem Laser so umgeformt, dass einfallendes Licht wieder genau auf der Netzhaut gebündelt wird. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung lassen sich so in vielen Fällen ausgleichen oder deutlich verringern – mit einer Genauigkeit im Tausendstel-Millimeter-Bereich. Eine teilweise Rückbildung der Korrektur ist möglich, eine Garantie auf ein Leben ohne Brille gibt es nicht.

Seit der ersten Laserbehandlung am menschlichen Auge im Jahr 1987 ist die refraktive Hornhautchirurgie umfangreich untersucht worden. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und BVA weist dennoch darauf hin, dass diese Eingriffe noch nicht als allgemein anerkannte Heilverfahren gelten – deshalb bewertet sie jedes Verfahren gesondert. Heute stehen mehrere Verfahren zur Wahl, die sich im Zugang zur Hornhaut, in der Heilungsdauer und im Risikoprofil unterscheiden: die Femto-LASIK und die klassische Mikrokeratom-LASIK, die Lentikel-Extraktion (SMILE) und die Oberflächenverfahren Trans-PRK, PRK und LASEK.

seit 1987 Erste Excimerlaser-Behandlung am menschlichen Auge – heute über 35 Jahre Erfahrung und Langzeitdaten
> 40 Mio. Augen wurden weltweit bislang mit LASIK und verwandten Verfahren behandelt
0,25 µm Gewebeabtrag pro Excimerlaser-Impuls – ein Dioptrie-Schritt entspricht etwa 12 bis 15 Tausendstel-Millimetern
250 µm Reststroma darf nach den KRC-Empfehlungen auch nach einer Nachkorrektur nicht unterschritten werden – diese Grenze bestimmt, wie viel gelasert werden kann
Die Hornhaut

Wo die Verfahren ansetzen

Die Hornhaut ist nur etwa einen halben Millimeter dick und besteht aus fünf Schichten. Alle Laserverfahren modellieren das Stroma, die tragende Mittelschicht – sie unterscheiden sich darin, wie der Laser dorthin gelangt. Fahren Sie über die Punkte in der Grafik oder über die drei Verfahren darunter.

Querschnitt der Hornhaut Schematischer Querschnitt der Hornhaut mit Tiefenskala in Mikrometern und den Schichten Epithel, Bowman-Membran, Stroma, Descemet-Membran und Endothel. Markiert sind drei Ansatzpunkte: Oberfläche (Trans-PRK, PRK, LASEK), Flap in etwa 100 bis 160 µm Tiefe (Femto-LASIK, Mikrokeratom-LASIK) und Lentikel unter einem etwa 120 µm dicken Deckel (SMILE). Eine gestrichelte Linie zeigt die Sicherheitsgrenze von mindestens 250 µm Reststroma. Tiefe 0 100 200 300 400 500 µm Außen · Tränenfilm ≥ 250 µm Reststroma Excimerlaser Femtolaser oder Mikrokeratom + Excimerlaser Scharnier Femtosekundenlaser Zugang 2–4 mm Epithel · ~50 µm Bowman-Membran Stroma ~450–500 µm Descemet-Membran Endothel Innen · Vorderkammer (Kammerwasser) 1 2 3
  • Femtosekundenlaser: Schnitt
  • Excimerlaser: Abtrag
  • Sicherheitsgrenze
  • Tiefe maßstäblich, Breite gestaucht
  • 1
    Excimerlaser · direkt unter dem Epithel

    Oberfläche – Trans-PRK, PRK, LASEK

    Das Epithel wird entfernt (bei der Trans-PRK vom Laser selbst) und das Stroma direkt von der Oberfläche aus modelliert. Kein Schnitt, kein Flap – das Epithel wächst in wenigen Tagen nach.

  • 2
    Femtolaser/Mikrokeratom + Excimer · Flap 100–160 µm

    Flap – Femto-LASIK, Mikrokeratom-LASIK

    Ein hauchdünnes Hornhautdeckelchen (Flap) wird geschnitten und wie eine Buchseite aufgeklappt – bei der Femto-LASIK mit dem Femtosekundenlaser (ca. 100 µm), bei der klassischen LASIK mit einem feinen oszillierenden Messer, dem Mikrokeratom (ca. 120–160 µm). Darunter formt der Excimerlaser das Stroma, anschließend wird der Flap zurückgelegt. Mehr zur Femto-LASIK · Mehr zur Mikrokeratom-LASIK

  • 3
    Femtosekundenlaser · Deckel ca. 120 µm

    Lentikel – SMILE

    Der Femtosekundenlaser schneidet im Inneren des Stromas ein linsenförmiges Scheibchen (Lentikel), das durch einen 2–4 mm kleinen Zugang entnommen wird. Oberfläche und Bowman-Membran bleiben weitgehend intakt. Mehr zur SMILE

Zwei Drittel der Brechkraft Die Hornhaut liefert mit etwa 43 Dioptrien rund zwei Drittel der gesamten Brechkraft des Auges. Schon winzige Formänderungen verändern die Abbildung deutlich – deshalb genügt ein Abtrag von wenigen Hundertstel-Millimetern.
Zwei Lasertypen Der Excimerlaser (193 nm, ultraviolett) trägt Gewebe ab, indem er Molekülbindungen löst – kalt und ohne Hitzeschaden. Der Femtosekundenlaser (ca. 1.030 nm, infrarot) schneidet mit Impulsen von billiardstel Sekunden präzise Trennflächen im Gewebe.
Die Restdicke zählt Nach dem Abtrag müssen mindestens 250 µm Stroma unberührt bleiben – auch nach einer späteren Nachkorrektur –, damit die Hornhaut stabil bleibt. Diese Sicherheitsgrenze bestimmt, wie viele Dioptrien sich korrigieren lassen – und ob überhaupt gelasert werden sollte.
Die Verfahren

Augenlasern heute – fünf Wege zum gleichen Ziel

Alle aktuellen Verfahren korrigieren die Fehlsichtigkeit, indem sie die Hornhaut neu formen. Sie unterscheiden sich im Zugang zum Stroma, in der Dauer der Heilung, im Komfort in den ersten Tagen und in den Grenzen des korrigierbaren Bereichs. Die Bewertung orientiert sich an den Empfehlungen der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und BVA. Dr. Friedhofen bietet Femto-LASIK, Mikrokeratom-LASIK, Trans-PRK, PRK und LASEK an.

Verfahren 01 · Flap-Verfahren

Die Femto-LASIK

Die Femto-LASIK („All-Laser-LASIK“) ist das weltweit am häufigsten durchgeführte Augenlaserverfahren. Zwei Laser arbeiten zusammen: Der Femtosekundenlaser präpariert ein dünnes Hornhautdeckelchen, der Excimerlaser modelliert darunter das Stroma. Weil die Oberfläche mit ihren Nervenenden weitgehend erhalten bleibt, bestehen danach meist nur in den ersten Stunden mäßige Beschwerden, und die Sehschärfe stellt sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ein.

Femto-LASIK in drei Schritten: Flap schneiden, Stroma abtragen, Flap zurücklegen Femtosekundenlaser 1 · Flap wird geschnitten ca. 100 µm dünn, Scharnier bleibt Flap Excimerlaser 2 · Stroma wird modelliert ca. 12–15 µm pro Dioptrie Licht korrekt gebündelt 3 · Flap zurückgelegt haftet ohne Naht
Femto-LASIK bei Kurzsichtigkeit: Der Flap wird mit dem Femtosekundenlaser angelegt und aufgeklappt, der Excimerlaser flacht das zentrale Stroma ab, der Flap wird zurückgelegt und saugt sich von selbst fest.

So läuft die Femto-LASIK ab

Nach betäubenden Augentropfen wird das Auge mit einem Saugring stabilisiert. Der Femtosekundenlaser setzt Hunderttausende winziger Gasbläschen in einer definierten Tiefe von rund 100 µm und trennt so eine hauchdünne Lamelle – den Flap – vom darunterliegenden Stroma. An einer Seite bleibt ein Scharnier stehen. Die Chirurgin oder der Chirurg klappt den Flap auf, und der Excimerlaser trägt das zuvor berechnete Gewebeprofil ab: zentral bei Kurzsichtigkeit, ringförmig in der Peripherie bei Weitsichtigkeit, zylinderförmig bei Hornhautverkrümmung.

Ein Eye-Tracker verfolgt das Auge dabei mehrere hundert bis tausend Mal pro Sekunde und führt den Laser nach – kleine Augenbewegungen stören die Behandlung nicht. Anschließend wird der Flap zurückgelegt, gespült und glatt gestrichen. Er haftet durch die Saugkraft des Endothels ohne Naht. In den ersten Stunden ist das Sehen noch reduziert; am nächsten Morgen ist die Sehschärfe meist alltagstauglich.

Eckdaten

Kurzsichtigkeit
bis −8 dpt Grenzbereich bis −10 dpt
Weitsichtigkeit
bis +3 dpt Grenzbereich bis +4 dpt
Hornhautverkrümmung
bis 5 dpt Grenzbereich bis 6 dpt; maßgeblich ist auch der stärker brechende Hauptschnitt
Hornhautdicke
mind. 480 µm beim Mikrokeratom mind. 500 µm
Flapdicke
90–120 µm
Sehschärfe
nach Stunden bis 1–2 Tagen

Stärken und Grenzen

Vorteile

  • Rasche Seherholung – der Alltag ist oft schon nach ein bis zwei Tagen wieder möglich
  • Mäßige Beschwerden, meist nur in den ersten Stunden
  • Breiter Anwendungsbereich nach KRC, einschließlich Weitsichtigkeit bis +3 dpt
  • Nachkorrektur durch erneutes Anheben des Flaps möglich
  • Langjährige Erfahrung und umfangreiche Studiendaten

Grenzen

  • Vorübergehend trockene Augen sind häufig – nach Studien häufiger als bei SMILE und Oberflächenverfahren
  • Der Flap bleibt lebenslang eine Schwachstelle bei direkten Augenverletzungen (Kontakt-/Kampfsport)
  • Ausgeschlossen bei Hornhautdicke unter 480 µm, Keratokonus (auch Frühformen) und fortschreitenden Hornhauterkrankungen
  • Seltene Schnittfehler und Flap-Komplikationen (Falten, Einwachsen von Epithel, Entzündung unter dem Flap), sehr selten eine Hornhautvorwölbung (Keratektasie)

Für wen eignet sich die Femto-LASIK?

  • Klassische IndikationKurzsichtigkeit mit oder ohne Hornhautverkrümmung

    Bei Werten bis −8 Dioptrien (KRC-Anwendungsbereich) und ausreichender Hornhautdicke ist die Femto-LASIK ein Standardverfahren mit umfangreichen Daten zu Genauigkeit und Stabilität. Zwischen −8 und −10 Dioptrien liegt der Grenzbereich: Die Ergebnisse werden schlechter, Nebenwirkungen häufiger, die Aufklärung muss besonders ausführlich sein.

  • BesonderheitWeitsichtigkeit

    Bei Weitsichtigkeit bis +3 Dioptrien liegt die LASIK im Anwendungsbereich der KRC, bis +4 Dioptrien im Grenzbereich. Oberflächenverfahren bewertet die KRC bei Weitsichtigkeit nur im Grenzbereich bis +3 Dioptrien, Lentikel-Verfahren für Weitsichtigkeit hat sie bislang nicht bewertet.

  • AlltagSchnelle Rückkehr in Beruf und Freizeit

    Wer nur wenige Tage ausfallen kann, profitiert von der raschen Erholung. Auf Schwimmen, Sauna und Augen-Make-up sollte dennoch etwa zwei Wochen verzichtet werden.

  • SchnitttechnikFemtosekundenlaser oder Mikrokeratom

    Gegenüber dem mechanischen Mikrokeratom-Messer liefert der Femtosekundenlaser einen gleichmäßig dünnen Flap mit planbarer Dicke, Form und Scharnierlage; Schnittkomplikationen sind seltener. Beide Schnitttechniken werden angeboten – ob für Sie die Femto-LASIK oder die Mikrokeratom-LASIK in Frage kommt, klären wir in der Voruntersuchung.

Verfahren 02 · Lentikel-Extraktion

SMILE und die neuen Lentikel-Verfahren

Hinweis: Die SMILE bieten wir nicht an. Ausschlaggebend ist für uns unter anderem die Genauigkeit bei Hornhautverkrümmung: Hier zeigt sich nach SMILE in Studien eine Tendenz zu leichten Unterkorrekturen im Vergleich zur LASIK. Zudem ist eine Nachkorrektur mit demselben Verfahren nicht möglich, und Weitsichtigkeit hat die KRC für die SMILE nicht bewertet.

Bei der Lentikel-Extraktion kommt nur ein einziger Laser zum Einsatz: Der Femtosekundenlaser schneidet im Inneren der Hornhaut ein linsenförmiges Gewebescheibchen – das Lentikel – dessen Form exakt der zu korrigierenden Fehlsichtigkeit entspricht. Es wird durch einen wenige Millimeter kleinen Zugang entnommen. Ein Flap entfällt, die stabile vordere Hornhaut bleibt weitgehend unversehrt. Das ursprüngliche Verfahren heißt SMILE (Small Incision Lenticule Extraction).

SMILE in drei Schritten: Lentikel schneiden, Lentikel entnehmen, Ergebnis Femtosekundenlaser 1 · Lentikel wird geschnitten zwei Trennflächen + kleiner Zugang 2 · Lentikel wird entnommen durch 2–4 mm kleinen Zugang Hornhaut abgeflacht 3 · Ergebnis kein Flap, Oberfläche fast intakt
Lentikel-Extraktion bei Kurzsichtigkeit: Der Femtosekundenlaser definiert ein Gewebescheibchen im Stroma, das über einen kleinen Zugang mit einer feinen Pinzette entnommen wird. Die Hornhaut flacht sich um genau dieses Volumen ab.

So läuft die SMILE ab

Das Auge wird mit einem gekrümmten Kontaktglas sanft fixiert. Der Femtosekundenlaser erzeugt zunächst die untere, dann die obere Trennfläche des Lentikels sowie einen 2 bis 4 Millimeter breiten Zugang am Rand – bei den neuesten Geräten mit bis zu 2 Millionen Impulsen pro Sekunde. Anschließend löst die Chirurgin oder der Chirurg das Lentikel mit einem feinen Spatel und zieht es mit einer Pinzette heraus. Ein Excimerlaser wird nicht benötigt.

Weil nur ein kleiner Zugang statt eines 20 Millimeter langen Flaprandes entsteht, werden weniger Hornhautnerven durchtrennt. Vorübergehend trockene Augen sind zwar auch nach SMILE häufig, in Studien aber meist milder als nach LASIK. Ob die Hornhaut biomechanisch stabiler bleibt, ist noch nicht abschließend geklärt; auch nach SMILE ist eine Keratektasie möglich. In den ersten Tagen ist das Sehen häufig noch reduziert und es bestehen mäßige Beschwerden – die Sehschärfe erholt sich meist innerhalb von ein bis drei Tagen und erreicht nach einigen Wochen mit der LASIK vergleichbare Ergebnisse.

Eckdaten

Kurzsichtigkeit
−1 bis −8 dpt Grenzbereich bis −10 dpt
Hornhautverkrümmung
bis 5 dpt maßgeblich ist auch der stärker brechende Hauptschnitt
Weitsichtigkeit
nicht bewertet außerhalb der KRC-Empfehlungen
Hornhautdicke
mind. 480 µm
Zugang
2–4 mm statt ~20 mm Flaprand
Sehschärfe
nach 1–3 Tagen

Stärken und Grenzen

Vorteile

  • Kein Flap – keine Flapfalten oder Flapverschiebung, auch nicht bei späteren Augenverletzungen
  • In Studien meist mildere Trockenheit, da weniger Hornhautnerven durchtrennt werden
  • Nur ein Laser, kurze Behandlungszeit, kein Gewebe-Abtragsgeruch
  • Mäßige Beschwerden in den ersten Tagen, rasche Rückkehr in den Alltag
  • Eine Option für Kontaktsportler und Menschen mit Neigung zu trockenen Augen

Grenzen

  • Weitsichtigkeit ist von der KRC nicht bewertet – eine Behandlung läge außerhalb der Empfehlungen
  • Nur ab −1 dpt; darunter wird das Lentikel zu dünn
  • Eine Nachoperation ist mit dem gleichen Verfahren nicht möglich – nachkorrigiert wird meist mit einer Oberflächenbehandlung oder durch Umwandlung in einen Flap (CIRCLE)
  • Selten Schnittfehler oder ein nicht vollständig entfernbares Lentikel mit Unregelmäßigkeiten der Hornhaut und schlechterem Sehen
  • Weniger Langzeitdaten als bei LASIK und PRK (klinisch seit 2011)

Für wen eignet sich die SMILE?

  • HauptindikationMittlere bis höhere Kurzsichtigkeit

    Zwischen etwa −3 und −8 Dioptrien (KRC-Anwendungsbereich bis −8, Grenzbereich bis −10 Dioptrien) spielt die SMILE ihre Stärken aus: Das Lentikel ist dick genug für eine sichere Entnahme, und ein Flap entfällt.

  • LebensstilSport, Beruf, Trockenheitsneigung

    Wer Kampf- oder Ballsport betreibt, in staubiger Umgebung arbeitet oder bereits zu trockenen Augen neigt, für den kann ein flapfreies Verfahren Vorteile haben. Welches Verfahren passt, entscheidet die Voruntersuchung.

Verfahren 03 · Oberflächenbehandlung ohne Berührung

Die Trans-PRK (transepitheliale PRK)

Die Trans-PRK ist eine Weiterentwicklung der Oberflächenbehandlung; die KRC setzt sie mit PRK und LASEK im Wesentlichen gleich. Der Excimerlaser entfernt in einem einzigen, durchgehenden Arbeitsgang zuerst das Epithel und formt anschließend das Stroma – ohne dass das Auge mit einem Instrument berührt wird („No-Touch“-Verfahren). Es gibt keinen Schnitt, keinen Flap und keinen Saugring. Die Oberfläche heilt in drei bis fünf Tagen unter einer Verbandskontaktlinse ab.

Trans-PRK in drei Schritten: Ausgangslage, einstufiger Abtrag, Heilung unter Verbandslinse Excimerlaser 1 · Keine Berührung Epithel (hellblau) noch intakt Epithel + Stroma in einem Zug 2 · Einstufiger Abtrag Verbandslinse (3–5 Tage) 3 · Epithel heilt zu geschlossen nach 3–5 Tagen
Trans-PRK bei Kurzsichtigkeit: Der Excimerlaser trägt Epithel und Stroma in einem Profil ab, das die unterschiedliche Epitheldicke in Zentrum und Peripherie berücksichtigt. Unter einer weichen Verbandslinse wächst das Epithel innerhalb weniger Tage vom Rand her wieder zu.

So läuft die Trans-PRK ab

Nach Tropfbetäubung und Einsetzen eines Lidhalters blickt die Patientin oder der Patient auf ein Fixierlicht. Der Excimerlaser arbeitet dann ohne Unterbrechung: Die ersten Impulse tragen das rund 50 µm dicke Epithel ab – mit einem Profil, das berücksichtigt, dass das Epithel im Zentrum dünner ist als am Rand –, die folgenden Impulse formen nahtlos das Stroma. Ein Eye-Tracker gleicht Augenbewegungen aus. Zum Schluss wird eine weiche Verbandskontaktlinse eingesetzt. Mitomycin C gegen Narbentrübungen (Haze) empfiehlt die KRC bei bisher nicht operierter Hornhaut derzeit nicht, da eine wissenschaftliche Grundlage fehlt; vertretbar ist es bei voroperierten Hornhäuten.

Die folgenden zwei bis drei Tage sind die anspruchsvollsten: Bis das Epithel geschlossen ist, ist das Sehen reduziert, und es treten Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, Tränen und in der Regel mäßige, in Ausnahmefällen auch stärkere Schmerzen auf. Tropfen, kühlende Kompressen und Schmerzmittel lindern sie. Nach Entfernen der Verbandslinse bessert sich das Sehen zügig, schwankt aber noch einige Wochen, weil sich das neue Epithel erst glättet. Das Endergebnis ist nach etwa ein bis drei Monaten erreicht und bei geeigneter Ausgangslage mit dem einer LASIK vergleichbar.

Eckdaten

Kurzsichtigkeit
bis −6 dpt Grenzbereich bis −8 dpt; bei Hornhautverkrümmung zählt die Summe aus beiden Werten
Weitsichtigkeit
nur Grenzbereich bis +3 dpt
Hornhautverkrümmung
bis 5 dpt Grenzbereich bis 6 dpt
Schnitt / Flap
keiner
Epithelheilung
3–5 Tage unter Verbandslinse
Stabile Sehschärfe
nach 1–3 Monaten

Stärken und Grenzen

Vorteile

  • Kein Schnitt, kein Flap, kein Saugring
  • Oft noch möglich bei dünnerer Hornhaut, da kein Gewebe für einen Flap „verbraucht“ wird – solange 250 µm Reststroma bleiben
  • Das Epithel wird ohne Instrument und gleichmäßig vom Laser abgetragen
  • Keine flapbedingten Einschränkungen für Sport und Beruf

Grenzen

  • Zwei bis drei Tage spürbare Beschwerden und reduziertes Sehen, bis das Epithel geschlossen ist
  • Längere Zeit bis zur stabilen Sehschärfe – das Sehen schwankt noch einige Wochen
  • Risiko einer oberflächlichen Narbentrübung (Haze), vor allem bei hohen Korrekturen und UV-Belastung; extrem selten starke Narben mit erheblicher Sehverschlechterung
  • Kleinerer Korrekturbereich als Femto-LASIK; Weitsichtigkeit nur im Grenzbereich bis +3 dpt
  • Konsequenter UV-Schutz und Kortisontropfen über mehrere Wochen erforderlich

Für wen eignet sich die Trans-PRK?

  • AnatomieDünne oder grenzwertig geformte Hornhaut

    Wenn die Hornhaut für einen Flap zu dünn ist oder die Restdicke nach LASIK knapp würde, bleibt mit der Oberflächenbehandlung oft noch eine sichere Option – sofern keine Zeichen eines Keratokonus vorliegen.

  • Beruf und SportHohe mechanische Belastung

    Polizei, Militär, Rettungsdienste, Kampf- und Ballsportler: Ohne Flap gibt es keine Trennfläche, die sich bei einem Schlag auf das Auge verschieben könnte. Ob und welches Verfahren ein Dienstherr akzeptiert, sollte vorab geklärt werden.

  • AugenoberflächeTrockene Augen, Epithel-Basalmembran-Dystrophie

    Bei lockerem Epithel (Epithel-Basalmembran-Dystrophie) wird das Epithel bei der Oberflächenbehandlung vollständig erneuert – ein Flap-Verfahren wäre hier riskant. Auch bei Neigung zu trockenen Augen kann ein Oberflächenverfahren sinnvoll sein; vorübergehende Trockenheit tritt aber auch danach häufig auf.

  • NachkorrekturFeinkorrektur nach früheren Eingriffen

    Nach LASIK oder SMILE ist die Trans-PRK ein bewährter Weg für kleine Nachkorrekturen, ohne den Flap erneut anheben oder einen zweiten Zugang schaffen zu müssen. Bei voroperierter Hornhaut hält die KRC Mitomycin C gegen Narbentrübungen für vertretbar.

Verfahren 04 · Die ursprüngliche LASIK

Die Mikrokeratom-LASIK

Die Mikrokeratom-LASIK ist die ursprüngliche LASIK, die Ioannis Pallikaris 1990 vorstellte. Wie bei der Femto-LASIK wird eine dünne Hornhautlamelle – der Flap – angelegt, aufgeklappt und darunter das Stroma mit dem Excimerlaser modelliert. Der Unterschied liegt allein im Schnitt: Statt eines Femtosekundenlasers trennt ein mechanischer Hobel, das Mikrokeratom, den Flap mit einem oszillierenden Messer ab. Die Qualität des Excimer-Abtrags ist identisch.

Dr. Friedhofen bietet die Mikrokeratom-LASIK weiterhin an. Welche Schnitttechnik für Sie in Frage kommt, besprechen wir anhand der Voruntersuchung.

Mikrokeratom-LASIK in drei Schritten: Flap mit dem Messer schneiden, Stroma abtragen, Flap zurücklegen Mikrokeratom 1 · Flap wird geschnitten oszillierendes Messer, 120–160 µm Flap Excimerlaser 2 · Stroma wird modelliert wie bei der Femto-LASIK Licht korrekt gebündelt 3 · Flap zurückgelegt haftet ohne Naht
Mikrokeratom-LASIK bei Kurzsichtigkeit: Ein Saugring fixiert das Auge, das Mikrokeratom schneidet den Flap mit einem oszillierenden Messer und stoppt vor dem Scharnier. Danach verläuft die Behandlung wie bei der Femto-LASIK.

So läuft die Mikrokeratom-LASIK ab

Nach betäubenden Augentropfen wird ein Saugring auf das Auge gesetzt. Er fixiert den Augapfel und erhöht kurzzeitig den Augeninnendruck, damit die Hornhaut für den Schnitt straff genug ist – für einige Sekunden wird das Sehen dabei dunkel oder verschwommen. Das Mikrokeratom gleitet in einer Führung über den Saugring; seine Klinge schwingt dabei schnell seitlich hin und her und trennt eine Lamelle von etwa 120 bis 160 µm Dicke ab. Kurz vor dem Ende stoppt der Hobel, sodass ein Scharnier stehen bleibt.

Danach geht es weiter wie bei der Femto-LASIK: Der Flap wird aufgeklappt, der Excimerlaser trägt das berechnete Profil im Stroma ab, und der Flap wird zurückgelegt, wo er ohne Naht haftet. Weil der Schnitt mechanisch erfolgt, streut die Flapdicke stärker als beim Femtosekundenlaser, und Form und Durchmesser des Flaps lassen sich weniger genau planen. Seltene Schnittkomplikationen – etwa ein unvollständiger, zu dünner oder in der Mitte durchbrochener Flap („Knopflochflap“) oder ein vollständig abgetrennter Flap („freier Flap“) – kommen häufiger vor. Tritt ein solcher Schnittfehler auf, wird die Laserbehandlung in der Regel abgebrochen und erst nach der Heilung neu geplant.

Eckdaten

Kurzsichtigkeit
bis −8 dpt Grenzbereich bis −10 dpt
Weitsichtigkeit
bis +3 dpt Grenzbereich bis +4 dpt
Hornhautverkrümmung
bis 5 dpt Grenzbereich bis 6 dpt
Hornhautdicke
mind. 500 µm Femto-LASIK: mind. 480 µm
Flapdicke
120–160 µm streut stärker als beim Femtosekundenlaser
Sehschärfe
nach Stunden bis 1–2 Tagen

Stärken und Grenzen

Vorteile

  • Der Excimer-Abtrag ist derselbe wie bei der Femto-LASIK
  • Rasche Seherholung und meist nur in den ersten Stunden mäßige Beschwerden – wie bei jeder LASIK
  • Der Flap wird in wenigen Sekunden geschnitten; ein Femtosekundenlaser ist nicht nötig
  • Seit 1990 im Einsatz, mit langer Erfahrung

Grenzen

  • Höhere Mindestdicke der Hornhaut: 500 µm statt 480 µm bei der Femto-LASIK
  • Flapdicke und Flapform streuen stärker und sind weniger genau planbar
  • Schnittkomplikationen wie Knopfloch- oder freie Flaps sind häufiger als beim Femtosekundenlaser
  • Wie bei jeder LASIK: vorübergehend trockene Augen, der Flap bleibt lebenslang eine Schwachstelle bei Augenverletzungen, sehr selten eine Hornhautvorwölbung (Keratektasie)
Verfahren 05 · Behandlungsprofile

Wellenfront, Topographie, Ray-Tracing – und was gegen Alterssichtigkeit geht

Unabhängig vom Zugang – Flap, Lentikel oder Oberfläche – entscheidet das Abtragsprofil über die Qualität des Sehens. Moderne Laser berechnen es nicht mehr nur aus den Brillenwerten, sondern aus einer dreidimensionalen Vermessung des gesamten Auges. Für Menschen über 45 kommen zusätzlich Strategien gegen die Alterssichtigkeit hinzu.

Individualisierte Abtragsprofile

  • StandardAsphärisch / wellenfrontoptimiert

    Das Profil wird so angepasst, dass die natürliche asphärische Form der Hornhaut erhalten bleibt und keine zusätzliche sphärische Aberration entsteht. Dies ist heute der Mindeststandard und reduziert Nachtsehstörungen gegenüber den frühen Verfahren deutlich.

  • AberrometrieWellenfrontgeführt

    Ein Aberrometer misst alle Abbildungsfehler des gesamten Auges – auch die „Fehler höherer Ordnung“ wie Koma oder Dreiblattfehler, die eine Brille nicht korrigieren kann. Das Profil gleicht sie gezielt aus. Sinnvoll bei auffälligen Aberrationen und großen Pupillen.

  • HornhautformTopographie-geführt

    Grundlage ist die exakte Oberflächenkarte der Hornhaut (Topographie). Unregelmäßigkeiten werden geglättet – sinnvoll bei leicht irregulärer Hornhaut, nach früheren Eingriffen oder bei dezentrierten Behandlungen.

  • Neueste GenerationRay-Tracing

    Aus Topographie, Tomographie, Achslänge und Aberrometrie wird ein digitales Modell des individuellen Auges erstellt. Der Computer berechnet den Strahlengang jedes einzelnen Lichtstrahls und optimiert das Profil darauf. Das Verfahren ist erst seit wenigen Jahren klinisch verfügbar; Langzeitdaten liegen noch kaum vor.

Augenlasern bei Alterssichtigkeit

  • Das GrundproblemDie Linse, nicht die Hornhaut

    Ab etwa 45 Jahren verliert die Augenlinse ihre Fähigkeit, auf die Nähe scharf zu stellen. Da das Lasern die Hornhaut und nicht die Linse verändert, kann es die Alterssichtigkeit nicht beheben – nur umgehen. Wer mit 30 gelasert wurde, braucht mit 50 trotzdem eine Lesebrille.

  • Bewährter KompromissMonovision

    Das dominante Auge wird auf die Ferne, das andere leicht kurzsichtig auf die Nähe eingestellt (ca. −1,0 bis −1,5 dpt). Das Gehirn wählt automatisch das passende Bild. Räumliches Sehen und Nachtsehen leiden etwas; deshalb wird die Monovision vorab mit Kontaktlinsen getestet. Die Monovision ist die einzige Strategie gegen Alterssichtigkeit, die die KRC für das Augenlasern ausdrücklich bewertet.

  • VariantenLaser Blended Vision / PresbyLASIK

    Bei der Mini-Monovision (z. B. Laser Blended Vision) wird der Unterschied zwischen den Augen kleiner gewählt und die Tiefenschärfe durch ein gezielt asphärisches Profil erhöht. Andere Ansätze (PresbyLASIK) formen eine multifokale Hornhaut mit einer Nahzone im Zentrum. Diese Sonderprofile bewertet die KRC nicht gesondert – multifokale Hornhautprofile liegen damit außerhalb ihrer Empfehlungen.

  • Oft die bessere WahlRefraktiver Linsentausch

    Ab der Lebensmitte ist der Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse häufig die nachhaltigere Lösung: Mit Multifokal- oder EDOF-Linsen lassen sich Fern- und Nahsicht in einem Eingriff korrigieren, wobei Halos und Blendempfindlichkeit in der Dämmerung möglich sind; ein Grauer Star kann sich nicht mehr entwickeln. Da das Auge dabei eröffnet wird, sind die Risiken andere als beim Lasern. Mehr zum refraktiven Linsentausch

Verfahren 06 · Wenn Lasern nicht die beste Wahl ist

Die Alternativen im Auge

Bei hoher Fehlsichtigkeit, dünner Hornhaut oder beginnender Alterssichtigkeit sind Linsenverfahren dem Augenlasern oft überlegen. Sie verändern die Hornhaut nicht und sind – im Fall der phaken Linse – sogar rückgängig zu machen.

  • Etwa 21 bis 45 JahrePhake Intraokularlinse (ICL)

    Eine hauchdünne, weiche Kunstlinse wird hinter die Regenbogenhaut vor die eigene Linse eingesetzt – wie eine Kontaktlinse im Augeninneren. Die natürliche Linse bleibt erhalten, die Hornhaut unberührt. Nach KRC eignet sich die phake Linse für Kurz- und Weitsichtigkeit ab 1 Dioptrie, auch bei hohen Werten, und mit torischer Optik auch für Hornhautverkrümmung. Sie kommt vor allem bei hoher Kurzsichtigkeit oder dünner Hornhaut in Frage. Voraussetzungen sind eine ausreichend tiefe Vorderkammer (mind. 2,8 mm bei Kurz-, 3,0 mm bei Weitsichtigkeit) und mindestens 2.000 Endothelzellen/mm². Die Endothelzellen müssen mindestens jährlich kontrolliert werden (keine Kassenleistung); beide Augen am selben Tag zu operieren, rät die KRC ab. Seltene Risiken sind u. a. Augendruckanstieg, Grauer Star, Endothelschäden und Netzhautablösung; da das Auge eröffnet wird, kann eine Infektion in extrem seltenen Fällen zur Erblindung führen. Die Linse kann bei Bedarf wieder entfernt werden.

  • Ab etwa 45 JahrenRefraktiver Linsentausch (RLE)

    Die eigene Linse wird – wie bei der Grauen-Star-Operation – durch eine individuell berechnete Kunstlinse ersetzt. Mit Multifokal- oder EDOF-Linsen lassen sich Fern-, Zwischen- und Nahbereich abdecken; ein Grauer Star kann später nicht mehr entstehen. Möglich sind u. a. ein Nachstar, der sich einfach mit dem Laser behandeln lässt, bei Mehrfokal-Linsen Halos und Blendempfindlichkeit in der Dämmerung, bei Kurzsichtigen ein erhöhtes Risiko einer Netzhautablösung (besonders unter 50 Jahren) und in extrem seltenen Fällen eine Erblindung durch Infektion. Beide Augen am selben Tag zu operieren, rät die KRC ab. Für Menschen ab der Lebensmitte ist der Linsentausch häufig die nachhaltigere Lösung als das Lasern. Der refraktive Linsentausch ist unser operativer Schwerpunkt – alle Details, Linsentypen und Ablauf finden Sie hier.

Eignung

Wer darf gelasert werden – und wer besser nicht?

Nicht jeder Interessent ist nach gründlicher Untersuchung für das Augenlasern geeignet. Die Voruntersuchung ist deshalb der wichtigste Schritt des gesamten Prozesses – sie entscheidet über Sicherheit und Ergebnis.

Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre – empfohlen eher ab Anfang 20, wenn das Augenwachstum abgeschlossen ist
  • Stabile Brillenwerte seit mindestens 12 Monaten (Änderung unter 0,5 dpt)
  • Fehlsichtigkeit im Anwendungsbereich des jeweiligen Verfahrens (siehe KRC-Grenzen); im Grenzbereich nur nach besonders ausführlicher Aufklärung
  • Ausreichende Hornhautdicke – für Femto-LASIK und SMILE mindestens 480 µm (Mikrokeratom-LASIK 500 µm); nach dem Abtrag müssen auch nach einer Nachkorrektur mindestens 250 µm Reststroma bleiben
  • Regelmäßige Hornhautform ohne Hinweise auf Keratokonus in Topographie und Tomographie
  • Gesunde Augen – intakte Netzhaut, normaler Augendruck, stabiler Tränenfilm
  • Realistische Erwartungen – Ziel ist weitgehende Unabhängigkeit von der Brille im Alltag; volle Sehschärfe ohne Brille lässt sich nicht garantieren

Gegenanzeigen

  • Alter unter 18 Jahren
  • Keratokonus oder andere chronisch fortschreitende Hornhauterkrankungen – auch in Frühformen (Forme fruste)
  • Zu dünne Hornhaut für den geplanten Abtrag
  • Schweres trockenes Auge, das sich nicht ausreichend behandeln lässt
  • Augenerkrankungen – nach KRC ein Grauer Star mit Beschwerden, ein Glaukom mit ausgeprägten Gesichtsfeldschäden und die feuchte (exsudative) Makuladegeneration; außerdem z. B. Herpes-Keratitis in der Vorgeschichte oder andere Netzhauterkrankungen
  • Autoimmun- und Bindegewebserkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus, Sjögren), Wundheilungsstörungen, Diabetes mit Augenbeteiligung
  • Schwangerschaft und Stillzeit – hormonell bedingte Schwankungen der Brillenwerte
  • Bestimmte Medikamente wie Isotretinoin oder Amiodaron, die Hornhaut oder Tränenfilm beeinflussen

Die Voruntersuchung

  • Kontaktlinsenpause: weiche Linsen 1–2 Wochen, formstabile Linsen 3–4 Wochen vorher absetzen, damit die Hornhaut ihre natürliche Form annimmt
  • Sehschärfe und Refraktion mit und ohne Korrektur, objektiv und subjektiv; bei Weitsichtigkeit unter 45 Jahren zwingend auch nach Ausschalten der Naheinstellung (Zykloplegie), um die wahre Fehlsichtigkeit zu erfassen
  • Hornhauttopographie und -tomographie (z. B. Scheimpflug-Kamera): Form von Vorder- und Rückfläche, Dickenkarte, Keratokonus-Screening
  • Pachymetrie – optische Messung der Hornhautdicke über mindestens 6 mm im Zentrum, Grundlage für die Restdicken-Berechnung
  • Pupillometrie bei Dämmerung – große Pupillen erfordern größere Behandlungszonen (die Zone voller Korrektur misst mindestens 6 mm)
  • Bei unterschiedlich starken Augen: Messung der Bildgrößenunterschiede (Aniseikonie) und Test der geplanten Korrektur mit Kontaktlinsen
  • Aberrometrie, Tränenfilmanalyse, Endothelzellzahl, Augendruck, Spaltlampe und Netzhautuntersuchung mit weiter Pupille
  • Weite Pupille: anschließend kein Autofahren
Ablauf

Von der Beratung bis zur letzten Kontrolle

Unabhängig vom gewählten Verfahren folgt das Augenlasern einem festen Ablauf. Die eigentliche Laserbehandlung ist dabei der kürzeste Teil – Vorbereitung und Nachsorge bestimmen das Ergebnis mit.

01

Beratung & Voruntersuchung

In unserer Praxis in Rottach-Egern oder Bad Tölz: ausführliche Untersuchung von Hornhaut, Tränenfilm, Pupille und Netzhaut. Wir besprechen, welches Verfahren – oder welche Alternative – zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt. Die Indikation stellt ein Facharzt, die Aufklärung übernimmt ein Arzt – beides vor dem Behandlungstag.

02

Planung

Aus den Messdaten wird das individuelle Abtragsprofil berechnet und die Sicherheitsreserve der Hornhaut geprüft. Weil Aufklärung und Indikationsstellung bereits vor dem Behandlungstag erfolgen, bleibt Ihnen ausreichend Bedenkzeit. Am Behandlungstag wird nur das Verfahren durchgeführt, über das Sie aufgeklärt wurden und dem Sie schriftlich zugestimmt haben.

03

Behandlungstag

Die Laserbehandlung führt Dr. Friedhofen in München durch. Betäubende Tropfen, ein Lidhalter, ein Fixierlicht – mehr spüren Sie meist kaum. Häufig werden beide Augen am selben Tag behandelt. Danach wird das Auge kontrolliert. Anschließend dürfen Sie nicht selbst Auto fahren – bitte planen Sie eine Begleitperson ein, die Sie zur Behandlung bringt und wieder nach Hause begleitet.

04

Die ersten Tage

Antibiotische und kortisonhaltige Tropfen, viel Tränenersatz, Schlafen mit Schutzschale. Nicht reiben, kein Wasser ins Auge, kein Make-up. Nach LASIK und SMILE ist Arbeiten meist nach 1–2 Tagen, nach Trans-PRK nach etwa einer Woche wieder möglich. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann für den Eingriff nicht ausgestellt werden – bitte planen Sie Urlaub ein.

05

Nachkontrollen

Die Nachkontrollen finden in unserer Praxis in Rottach-Egern oder Bad Tölz statt – typischerweise nach einem Tag, einer Woche, einem Monat, drei Monaten und einem Jahr. Dabei werden Sehschärfe mit und ohne Korrektur, Heilung, Augendruck sowie vordere und hintere Augenabschnitte untersucht; die Hornhautform wird mindestens einmal im ersten Jahr vermessen. Schwimmen und Sauna ab 2–4 Wochen, Kontaktsport nach Flap-Verfahren frühestens nach 4 Wochen.

Auf einen Blick

Die Verfahren im Vergleich

Die Dioptrien-Angaben folgen den Anwendungsbereichen der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC); in Klammern der Grenzbereich, in dem die Ergebnisse schlechter und Nebenwirkungen häufiger werden und eine Behandlung nur nach besonders ausführlicher Aufklärung erfolgt.

Kriterium Femto-LASIKFlap-Verfahren Mikrokeratom-LASIKFlap mit Messer SMILELentikel-Extraktion Trans-PRKOberfläche, No-Touch PRK / LASEKOberfläche, klassisch
Laser Femtosekunden- + Excimerlaser Mikrokeratom + Excimerlaser nur Femtosekundenlaser nur Excimerlaser Excimerlaser (+ Instrument / Alkohol)
Zugang zum Stroma Flap ca. 100 µm, ~20 mm Rand Flap ca. 120–160 µm, Dicke streut stärker Zugang 2–4 mm keiner – Epithel wird abgetragen keiner – Epithel wird entfernt
Kurzsichtigkeit bis −8 dpt (−10) bis −8 dpt (−10) −1 bis −8 dpt (−10) bis −6 dpt (−8) bis −6 dpt (−8)
Weitsichtigkeit bis +3 dpt (+4) bis +3 dpt (+4) von der KRC nicht bewertet nur Grenzbereich (+3) nur Grenzbereich (+3)
Hornhautverkrümmung bis 5 dpt (6) bis 5 dpt (6) bis 5 dpt bis 5 dpt (6) bis 5 dpt (6)
Beschwerden danach mäßig, erste Stunden mäßig, erste Stunden mäßig, erste Tage mäßig bis stärker, 2–3 Tage mäßig bis stärker, 3–4 Tage
Gutes Sehen ab Stunden bis 1 Tag Stunden bis 1–2 Tage 1–3 Tage ca. 1 Woche, stabil nach 1–3 Monaten 1–2 Wochen, stabil nach 1–3 Monaten
Trockene Augen häufig vorübergehend, meist 3–6 Monate häufig vorübergehend, meist 3–6 Monate häufig vorübergehend, meist milder häufig vorübergehend häufig vorübergehend
Dünne Hornhaut unter 480 µm ausgeschlossen unter 500 µm ausgeschlossen unter 480 µm ausgeschlossen oft noch möglich (250 µm Reststroma) oft noch möglich (250 µm Reststroma)
Kontaktsport / Risikoberufe Flap bleibt Schwachstelle Flap bleibt Schwachstelle kein Flap kein Flap kein Flap
Typische Komplikationen Schnittfehler, Flapfalten, Epitheleinwachsung, DLK; sehr selten Keratektasie wie Femto-LASIK; Schnittfehler (Knopfloch-, freier Flap) häufiger Schnittfehler, Lentikelreste, Zugangsriss; sehr selten Keratektasie Haze, Rückbildung, verzögerte Epithelheilung Haze, Rückbildung, verzögerte Epithelheilung
Nachkorrektur Flap erneut anheben Flap erneut anheben nicht mit gleichem Verfahren – Oberflächen­behandlung oder CIRCLE erneute Oberflächen­behandlung erneute Oberflächen­behandlung
Klinisch seit 2001 (LASIK 1990) 1990 2011 ca. 2010 1987 / 1999

Innerhalb ihres Anwendungsbereichs erreichen alle Verfahren bei geeigneten Patienten nach Abschluss der Heilung vergleichbare Sehschärfe und Vorhersagbarkeit; bei der Korrektur einer Hornhautverkrümmung zeigt sich nach SMILE in Studien eine Tendenz zu leichten Unterkorrekturen. Mit der Höhe der Korrektur steigt bei allen Verfahren die Komplikationsrate. Bei den Oberflächenverfahren zählt für die Grenzen die Summe aus Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung; bei allen Verfahren ist zusätzlich der stärker brechende Hauptschnitt maßgeblich. Die Wahl richtet sich nach Hornhautdicke und -form, Höhe der Fehlsichtigkeit, Tränenfilm, Beruf, Sport und persönlichen Prioritäten (schnelle Erholung vs. Verzicht auf Flap).

Risiken & Nebenwirkungen

Was passieren kann – und wie häufig

Augenlasern ist ein operativer Eingriff an einem in der Regel gesunden Auge. Die KRC weist darauf hin, dass refraktive Eingriffe noch nicht als allgemein anerkannte Heilverfahren gelten und die Komplikationsrate mit der Höhe der Korrektur zunimmt. Die Häufigkeitsangaben folgen den Beschreibungen der KRC und hängen vom Verfahren, der Höhe der Korrektur und der Qualität der Voruntersuchung ab.

Häufigvorübergehend

Trockene Augen

Nach allen Verfahren kommt es häufig vorübergehend zu vermehrter Trockenheit, da Hornhautnerven durchtrennt werden. Nach LASIK ist sie in Studien meist ausgeprägter als nach SMILE und Oberflächenverfahren. Tränenersatz hilft; wer schon vorher trockene Augen hat, sollte das Verfahren entsprechend wählen.

Möglichv. a. bei weiter Pupille

Halos, Blendung, Nachtsehen

Eine Verschlechterung des Sehens bei Dämmerung und Nacht mit Lichtkränzen (Halos) und Schattenbildern ist nach allen Verfahren möglich, insbesondere bei weiter Pupille und hohen Korrekturen. In den ersten Wochen klingen solche Beschwerden mit der Glättung der Oberfläche oft ab; sie können aber auch dauerhaft bestehen bleiben.

Möglicherste Wochen und Monate

Über- oder Unterkorrektur, Rückbildung

Die Heilungsreaktion ist individuell; es kann eine Restfehlsichtigkeit bleiben, oder der Operationserfolg bildet sich in den ersten Wochen und Monaten teilweise zurück (Regression, vor allem bei Weitsichtigkeit und hohen Werten). Eine Nachbehandlung ist nach frühestens drei bis sechs Monaten möglich; ob und in welcher Höhe dafür Kosten entstehen, ist Teil der Kosteninformation vor dem Eingriff.

SeltenLASIK und SMILE

Schnitt-, Flap- und Lentikel-Komplikationen

Beim Schneiden der Hornhaut kann es in seltenen Fällen zu Epithelablösungen und Schnittfehlern kommen, in einigen Fällen zu unregelmäßigen Schnittflächen mit schlechterem Sehen. Bei der LASIK sind zarte Falten im Flap und eine sterile Entzündung in der Trennfläche (diffuse lamelläre Keratitis, DLK) sehr selten; Epithelzellen können unter den Flap einwachsen. Bei der SMILE lässt sich das Lentikel in einigen Fällen nicht vollständig entfernen. Vieles ist in den ersten Tagen erkennbar und behandelbar – etwa durch Kortisontropfen oder erneutes Anheben und Spülen des Flaps.

MöglichOberflächenverfahren

Haze (oberflächliche Narbentrübung)

Nach PRK und Trans-PRK kann sich in den ersten Monaten eine feine Trübung im oberen Stroma bilden, die das Kontrastsehen mindert. Risikofaktoren sind hohe Korrekturen (über −6 dpt) und UV-Licht. Kortisontropfen und konsequenter Sonnenschutz senken das Risiko; ein leichter Haze bildet sich meist innerhalb eines Jahres zurück. Extrem selten ist eine starke Narbenbildung mit erheblicher Herabsetzung des Sehvermögens.

Sehr seltenbis extrem selten

Infektion

Eine Infektion der Hornhaut ist nach LASIK und SMILE sehr selten, nach Oberflächenverfahren extrem selten; sterile Technik und antibiotische Tropfen senken das Risiko. Sie kann zu Narben mit bleibender Sehverschlechterung führen und muss sofort behandelt werden – deshalb die engmaschigen Kontrollen in der ersten Woche.

Sehr seltenLASIK und SMILE

Keratektasie

Die gefürchtetste Komplikation: eine fortschreitende Vorwölbung und Verdünnung der geschwächten Hornhaut mit deutlicher Herabsetzung des Sehvermögens, meist Monate bis Jahre nach dem Eingriff. Risikofaktoren sind ein unerkannter Keratokonus, zu geringe Restdicke und sehr hohe Korrekturen. Eine sorgfältige Tomographie vor dem Eingriff und die Einhaltung von mindestens 250 µm Reststroma senken das Risiko. Behandelbar ist die Ektasie durch Hornhautvernetzung (Crosslinking) und formstabile Kontaktlinsen.

Sicherbiologisch bedingt

Alterssichtigkeit bleibt

Keine Nebenwirkung, aber eine häufige Enttäuschung: Das Lasern hält die Alterssichtigkeit nicht auf. Ab Mitte 40 wird eine Lesebrille nötig – wer vorher kurzsichtig war und ohne Brille lesen konnte, verliert diesen Vorteil. Darüber sollte vor dem Eingriff offen gesprochen werden.

Kosten

Was Augenlasern kostet – und wer zahlt

Das Augenlasern ist eine Selbstzahlerleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten nicht übernehmen – das gilt auch für die zugehörige Beratung, Voruntersuchung und Nachsorge. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist bei komplikationslosem Verlauf nicht möglich. Weil es sich nicht um einen kosmetischen Eingriff handelt, kann die Behandlung eventueller Komplikationen jedoch über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Private Krankenversicherungen prüfen im Einzelfall: Der Bundesgerichtshof hat 2017 entschieden, dass eine Fehlsichtigkeit eine Krankheit im Sinne der Versicherungsbedingungen ist und die LASIK eine medizinisch notwendige Heilbehandlung sein kann (Az. IV ZR 533/15) – eine Anfrage bei der PKV lohnt sich daher. Beihilfestellen erstatten meist nur unter engen Voraussetzungen.

Die Kosten hängen vom Verfahren und vom Befund ab. Unsere Kosteninformation umfasst die Voruntersuchung, den Eingriff, die Medikamente, alle Nachkontrollen im ersten Jahr und Angaben zu einer eventuell nötigen Nachkorrektur.

Die Kosten können gegebenenfalls als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen – das klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung.

Inhalt der Kosteninformation

  • Beratung und Voruntersuchungin Rottach-Egern oder Bad Tölz
  • Laserbehandlungdurch Dr. Friedhofen in München
  • Medikamente und Nachkontrollenin Rottach-Egern oder Bad Tölz
  • Eventuelle Nachkorrekturob und in welcher Höhe Kosten entstehen

Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und hängen von Befund und Verfahren ab. Vor dem Eingriff erhalten Sie eine schriftliche, individuelle Kosteninformation.

Entwicklung

Fast 40 Jahre refraktive Laserchirurgie

Jede Generation hat die Behandlung schonender und planbarer gemacht.

  1. 1983

    Idee des Excimerlasers

    Stephen Trokel beschreibt, dass der ultraviolette Excimerlaser Hornhautgewebe ohne Hitzeschaden abtragen kann.

  2. 1987

    Erste PRK am Menschen

    Theo Seiler führt in Berlin die erste Excimerlaser-Behandlung an einem menschlichen Auge durch – die Geburtsstunde des Augenlaserns.

  3. 1990

    LASIK

    Ioannis Pallikaris kombiniert den Mikrokeratom-Flap mit dem Excimerlaser. Schmerzarme Behandlung mit schneller Erholung – der Durchbruch zur Massenanwendung.

  4. 2001

    Femto-LASIK

    Der Femtosekundenlaser kommt als Alternative zum Messer für den Flapschnitt hinzu: dünnere, gleichmäßigere Flaps und weniger Schnittkomplikationen.

  5. 2011

    SMILE

    Nach Vorarbeiten von Walter Sekundo und Marcus Blum wird die flaplose Lentikel-Extraktion klinisch eingeführt; 2016 folgt die US-Zulassung.

  6. 2010er–heute

    Trans-PRK und individuelle Profile

    Berührungsfreie Oberflächenbehandlung und individuelle Abtragsprofile aus Wellenfront- und Topographie-Messungen.

Ergebnisoffene Beratung

Sie überlegen, Ihre Augen lasern zu lassen, oder möchten wissen, welches Verfahren – oder welche Alternative – zu Ihnen passt? Wir untersuchen Ihre Augen gründlich und beraten Sie ergebnisoffen – auch zu Alternativen und dazu, wann von einem Eingriff abzuraten ist. Voruntersuchung und Nachkontrollen finden in Rottach-Egern oder Bad Tölz statt, die Laserbehandlung selbst führt unser Kollege Dr. Friedhofen in München durch.

So erreichen Sie uns

Vereinbaren Sie Ihren Termin telefonisch oder über unser Kontaktformular.

Praxisadresse

Augenarztpraxis Dr. Bräuning
Seestraße 17
83700 Rottach-Egern

Sprechzeiten nach Terminvereinbarung

  • Mo. – Di.8:00 – 12:00 Uhr
    15:00 – 18:00 Uhr
  • Mi.8:00 – 12:00 Uhr
  • Do.8:00 – 14:30 Uhr
  • Fr.8:00 – 12:00 Uhr

Weitere Sprechzeiten nach telefonischer Vereinbarung möglich.